Die neue Erbschaftsteuer 2009 und das Änderungsgesetz 2010



Änderungen des Bewertungsrechts

1. Betriebsvermögen
Betriebsvermögen ist mit dem gemeinen Wert anzusetzen, das ist der Verkehrswert.
Betriebsvermögen ist gewerbliches Vermögen, Vermögen von freiberuflichen Tätigen, Anteile an Betriebsvermögen von Körperschaften, Anteile an Personenvereinigungen.

Bewertungsmethoden:

1. Ableitung aus Verkäufen

wenn keine Verkäufe vorliegen

2. Ertragswertverfahren

wenn Ertragswertverfahren auf diesem Markt nicht möglich ist

3. alternative Methoden
vergleichsorientierte und Multiplikatormethoden

Wertuntergrenze ist der Substanzwert

2. Grundvermögen

Bewertungsziel ist der gemeine Wert = Verkehrswert

3 Bewertungsmethoden:

1. Vergleichswert
2. Ertragswert

wenn keine Vergleichswerte vorliegen und keine Miete zu ermitteln ist

3. Sachwert

Begünstigungen
1. Betriebsvermögen

Die Begünstigung von Betriebsvermögen wird in zwei Optionen eines Verschonungsabschlages von 85 oder 100 % gewährt. Grundsätzlich gilt der 85 %ige Verschonungsabschlag, wenn keine andere Erklärung abgegeben wird. Die Freistellung von der Besteuerung (Verschonung) wird erreicht, wenn die nachfolgenden Hürden überwunden werden können.


Schädliche Tatbestände § 13a Abs. 5 ErbStG

1.Veräußerung oder Aufgabe des Gewerbebetriebes
2.Veräußerung von Anteilen durch Sacheinlage oder Einbringung entstanden sind
3.Veräußerung oder Aufgabe eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes
4.Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
5.Aufgabe des Betriebes insgesamt, auch Insolvenz
6.Veräußerung wesentlicher Betriebsgrundlagen
7.Überführung wesentlicher Betriebsgrundlagen in Privatvermögen
8.Überführung wesentlicher Betriebsgrundlagen zu betriebsfremden Zwecken

Überentnahmen § 13a Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 ErbStG

1. Grundvermögen

Soweit Grundstücke zu Wohnzwecken vermietet sind, werden sie mit 90 % ihres Wertes angesetzt. (§ 13c Abs. 1 ErbStG)

Verwaltungsvermögen ist schädlich !!!

Betriebsvermögen ist nicht begünstigt, wenn das Betriebsvermögen zu mehr als 50 % aus Verwaltungsvermögen besteht (§ 13b Abs. 2 ErbStG)

Wird die 100 % Steuerfreiheit angestrebt, darf das Verwaltungsvermögen höchstens 10 % betragen.

Zum nicht begünstigen Steuervermögen gehören:

1.vermietete Grundstücke (nicht bei Betriebsaufspaltung)
2.Kapitalanteile bis 25 %
3.Anteile an Mietunternehmerschaften mit überwiegendem Verwaltungsvermögen
4.Anteile an Kapitalgesellschaften (auch mehr als 50 %) mit überwiegenden
Verwaltungsvermögen
5.Wertpapiere
6.Kunstgegenstände

Mit dieser Regelung dürfte sich die vormals immer als steuergünstig bezeichnete gewerblich geprägte GmbH & Co. KG erledigt haben, ja sie wird zukünftig als äußerst schlechte Steuergestaltung anzusehen sein.

Versorgungsfreibeträge gemäß § 17 Abs. 1 bleiben wie in der Altregelung bestehen

zurück